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Kalorienverbrauch Radfahren: Rechner, Werte pro Stunde und pro 10 km

Kalorienverbrauch beim Radfahren berechnen: Rechner, Richtwerte pro Stunde und pro 10 km — und die Faktoren, die den Verbrauch am stärksten verschieben.

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Einzelner Fahrer spät in einer langen Ausfahrt auf leerer Landstraße, greift nach der Trinkflasche am Rahmen

285 kcal 286 kJ · 79 W im Schnitt · 23.0 km

Womit gerechnet wird
  • Rollwiderstandsbeiwert Crr 0.005
  • Luftwiderstandsfläche CdA 0.32 m²
  • Luftdichte 1.225 kg/m³
  • Antriebswirkungsgrad 0.975
  • Bruttowirkungsgrad des Fahrers 0.24
  • Radgewicht 9 kg, ebene Strecke, windstill

Beim Laufen ist der Energieumsatz halbwegs planbar: rund ein Kilokalorie pro Kilogramm Körpergewicht und Kilometer, fertig. Der Kalorienverbrauch beim Radfahren folgt keiner solchen Faustformel. Wer eine Stunde locker durch die Ebene rollt, setzt etwa 300 Kilokalorien um; wer dieselbe Stunde mit 33 km/h fährt, kommt auf über 900. Der Kalorienverbrauch Radfahren hängt weniger an der Distanz als an der Geschwindigkeit — und zwar überproportional.

Warum der Kalorienverbrauch Radfahren so stark streut

Der Grund steckt in der Physik. Auf ebener Strecke arbeitet man gegen zwei Widerstände. Der Rollwiderstand steigt linear mit dem Tempo. Der Luftwiderstand steigt mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit. Ab etwa 20 km/h dominiert er alles andere.

Praktisch heißt das: von 20 auf 25 km/h zu gehen — also 25 Prozent schneller — kostet ungefähr die doppelte Leistung. Das ist der Punkt, an dem die meisten Verbrauchstabellen im Netz unbrauchbar werden, weil sie eine einzige Zahl pro Sportart nennen und die Geschwindigkeit weglassen.

Dazu kommen Faktoren, die sich schlecht in eine Tabelle pressen lassen: Gegenwind wirkt wie eine Steigung, eine aufrechte Sitzposition vergrößert die Angriffsfläche um bis zu 40 Prozent gegenüber dem Unterlenker, und nasser Asphalt hebt den Rollwiderstand spürbar an.

Kalorienverbrauch pro Stunde: Richtwerte nach Tempo

Die folgenden Werte gelten für 75 Kilogramm Körpergewicht, neun Kilogramm Rad, windstille Ebene.

TempoGeschwindigkeitLeistungVerbrauch pro Stunde
Locker18 km/hca. 75 Wca. 270 kcal
Zügig23 km/hca. 130 Wca. 470 kcal
Sportlich28 km/hca. 215 Wca. 770 kcal
Schnell33 km/hca. 340 Wca. 1.220 kcal

Wer 60 Kilogramm wiegt, liegt rund zehn Prozent darunter; bei 95 Kilogramm etwa zwölf Prozent darüber. Das Körpergewicht wirkt in der Ebene nur über den Rollwiderstand und fällt deshalb weit weniger ins Gewicht, als viele erwarten. Am Berg dreht sich das Verhältnis um — dort ist die Masse der dominierende Faktor.

Verbrauch pro 10 km und andere Distanzen

Distanzangaben sind beliebter als Zeitangaben, führen aber zu einem Ergebnis, das zunächst widersprüchlich wirkt: Auf einer festen Strecke verbraucht langsameres Fahren weniger, nicht mehr. Die längere Dauer holt nicht auf, was das niedrigere Tempo einspart.

StreckeLocker (18 km/h)Zügig (23 km/h)Sportlich (28 km/h)
10 kmca. 150 kcalca. 205 kcalca. 275 kcal
25 kmca. 375 kcalca. 510 kcalca. 690 kcal
50 kmca. 750 kcalca. 1.025 kcalca. 1.375 kcal
100 kmca. 1.500 kcalca. 2.050 kcalca. 2.750 kcal

Die 10 km über den Feierabend sind damit energetisch eine kleinere Sache, als der Aufwand vermuten lässt — etwa ein belegtes Brötchen. Erst ab der Marke von 50 Kilometern wird der Umsatz so groß, dass Verpflegung während der Fahrt zum Thema wird.

Was der Rechner oben tatsächlich rechnet

Der Rechner setzt die Geschwindigkeit über ein physikalisches Modell in Leistung um: Rollwiderstand plus Luftwiderstand, geteilt durch den Wirkungsgrad des Antriebsstrangs. Aus Leistung und Dauer folgt die mechanische Arbeit in Kilojoule, aus dieser über den Bruttowirkungsgrad der Verbrauch in Kilokalorien. Alle sechs Konstanten stehen unter dem Ergebnis und lassen sich nachrechnen.

Ein Kalorienverbrauch Radfahren Rechner kann nur so gut sein wie seine Annahmen. Deshalb hier ausdrücklich die Grenzen: das Modell nimmt eine ebene, windstille Strecke und eine mittlere Sitzposition an. Bei Gegenwind, im Gebirge oder im Windschatten einer Gruppe weichen die Werte deutlich ab — im Windschatten sinkt der Verbrauch um 20 bis 30 Prozent, ohne dass sich am Tempo etwas ändert.

Ein Kalorienverbrauch Radfahren Rechner ersetzt deshalb keine Messung, sondern liefert eine nachvollziehbare Schätzung. Der Unterschied ist wichtig: eine Messung sagt, was war; ein Modell sagt, was unter definierten Annahmen zu erwarten gewesen wäre. Wer beides vergleicht, lernt vor allem etwas über die eigene Sitzposition — wenn die tatsächliche Leistung dauerhaft über dem Modell liegt, ist die Angriffsfläche größer als die angenommenen 0,32 Quadratmeter.

Indoor-Bikes mit fest verbauter Leistungsmessung, wie sie etwa Peloton anbietet, umgehen dieses Problem: Sie messen die Arbeit direkt am Antrieb, statt sie aus dem Puls zu schätzen.

Die Abkürzung für alle mit Leistungsmesser

Wer mit Wattmessung fährt, braucht das Modell nicht. Der Bruttowirkungsgrad beim Radfahren liegt bei rund 24 Prozent, und weil 0,24 × 4,184 fast genau 1 ergibt, gilt eine bemerkenswert saubere Faustregel: Kilojoule vom Powermeter ≈ Kilokalorien. 750 kJ auf dem Display sind rund 750 kcal. Diese Identität gilt ausschließlich fürs Radfahren; beim Laufen oder Schwimmen ist der Wirkungsgrad ein anderer.

Wo Fitness-Uhren systematisch danebenliegen

Uhren ohne Leistungsmesser schätzen den Verbrauch über die Herzfrequenz. Das Problem ist nicht die Rechnung, sondern der Eingangswert: Der Puls reagiert auf Hitze, Schlafmangel, Koffein und Flüssigkeitsverlust, ohne dass sich die tatsächlich geleistete Arbeit ändert. An einem heißen Tag liegt der Puls bei identischer Leistung 10 bis 15 Schläge höher — die Uhr meldet entsprechend mehr Kalorien, die nie umgesetzt wurden.

Für den Alltag reicht das. Wer den Kalorienverbrauch beim Radfahren aber zur Steuerung der Ernährung nutzt, sollte wissen, dass Abweichungen von 20 bis 30 Prozent in beide Richtungen normal sind. Der Kalorienverbrauch beim Radfahren lässt sich nur mit einem Leistungsmesser belastbar erfassen — alles andere ist eine Schätzung mit bekannter Unschärfe.

Zwei Fehlerquellen kommen dazu, die selten genannt werden. Erstens rechnen viele Geräte den Grundumsatz mit, also die Energie, die der Körper ohnehin verbraucht hätte. Für eine zweistündige Ausfahrt sind das je nach Person 150 bis 200 Kilokalorien, die nichts mit dem Training zu tun haben. Zweitens laufen Uhren nach dem Ende der Fahrt weiter in einem erhöhten Umsatz — physiologisch korrekt, für die Frage nach dem Trainingsumsatz aber irreführend.

Wer den Verbrauch dagegen als Trainingssteuerung liest und nicht als Ernährungsbuchhaltung, kommt mit den Richtwerten oben weit. Interessanter wird es ohnehin eine Ebene tiefer, bei der Frage, in welchem Intensitätsbereich diese Kalorien überhaupt umgesetzt wurden — das entscheidet über die Trainingswirkung und hat mit der reinen Summe wenig zu tun.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Kalorienverbrauch beim Radfahren pro Stunde?

Bei 75 kg Körpergewicht und 23 km/h auf ebener Strecke liegen rund 500 bis 550 kcal pro Stunde an. Bei 18 km/h sind es eher 300 kcal, bei 30 km/h über 900. Die Spanne ist deshalb so groß, weil der Luftwiderstand mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit wächst.

Wie viele Kalorien verbrennt man auf 10 km?

Zügig gefahren dauern 10 km etwa 26 Minuten und kosten bei 75 kg rund 220 kcal. Locker gefahren dauert dieselbe Strecke 33 Minuten, kostet aber nur etwa 150 kcal — langsamer fahren spart mehr Energie, als die längere Dauer wieder hinzufügt.

Warum sind kJ und kcal beim Radfahren fast gleich groß?

Der Bruttowirkungsgrad des Menschen auf dem Rad liegt bei etwa 24 Prozent, und 0,24 mal 4,184 ergibt fast genau 1. Wer 800 kJ mechanische Arbeit auf dem Powermeter sieht, hat rund 800 kcal umgesetzt. Das gilt nur für Radfahren, nicht für andere Sportarten.

Zählt ein E-Bike beim Kalorienverbrauch mit?

Ja, aber deutlich weniger. Der Motor übernimmt je nach Unterstützungsstufe die Hälfte bis zwei Drittel der Antriebsleistung. Als Anhaltspunkt: rund 300 kcal pro Stunde statt 500, bei gleicher Geschwindigkeit und gleichem Gewicht.

Wie genau sind Werte aus Fitness-Uhren?

Reine Pulsuhren schätzen über Herzfrequenz und Alter und liegen beim Radfahren regelmäßig 20 bis 30 Prozent daneben, weil der Puls auch von Hitze, Koffein und Schlaf abhängt. Ein Leistungsmesser misst die mechanische Arbeit direkt und ist die einzige Methode, die den Verbrauch belastbar erfasst.